Baitz

Die Baitzer waren nach der politischen Wende ganz schnell dabei. Vermutlich als eines der ersten Dörfer unserer Region haben sie in Baitz 1990 mit einer Dorferneuerungsplanung begonnen. Damals stellten sie sich unter dem Leitbild „Natur- und Kulturdorf“ einer Reihe von Aufgaben, darunter die Wiedereinrichtung von privaten Landwirtschaftsbetrieben, die Sanierung der ortsbildprägenden Höfe sowie die Grüngestaltung rund um das Dorf. Heute rund 25 Jahre später lassen sich die Ergebnisse im Ort immer noch bestaunen.

An der nunmehr frisch sanierten Ortsdurchfahrt sowie in der Straße Im Winkel stehen zahlreiche prächtige und liebevoll sanierte Vierseithöfe, die gemäß der Gestaltungssatzung dem historischen Vorbild folgen. Da der Ort ausschließlich auf Innenentwicklung setzt, wurden bereits mehrere Nebengebäude zu Wohnzwecken ausgebaut. In andere Höfe sind neue Nutzer eingezogen. Sie sind Lebens- und Arbeitsraum für Künstler oder bieten im Tagungshaus Baitz Kindergruppen eine wunderbare Herberge. Dort, wie auch im Reiterhof Peters, hat sich der sanfte Tourismus sehr gut entwickelt. Der Europaradweg R1 und der nahe Regionalexpress-Bahnhof sichern auch dafür den Anschluss an die weite Welt.

Fakten

  • Ortsteil der Stadt Brück
  • 186 Einwohnern (2015)
  • 1313 erste urkundliche Erwähnung von Baitz unter dem Namen Boghetiz
  • seit 1990 existiert die Naturschutzstation Baitz
  • der Europaradweg R1 führt durch Baitz

Mit den Baitzer Heizern ging der Ort 2015 noch einmal ganz neue Wege. In gemeinschaftlicher Anstrengung wurde eine Genossenschaft gegründet, die heute rund die Hälfte der Höfe im Dorf mit nachhaltiger Energie versorgt. Holzhackschnitzel aus der Umgebung und Solarthermie sorgen über ein Leitungsnetz für saubere Wärme. Ein beispielhafter Ansatz der auch dank Förderung aus Mitteln der Europäischen Union möglich wurde. Der vor Ort erzeugte Sonnenstrom aus 4 Anlagen deckt rechnerisch den Bedarf der 170 Einwohner ab.

Das soziale Leben ist auch ohne eigene Feuerwehr reichhaltig. Sportgruppen und der Chor treffen sich im Gemeindehaus. Der Reitverein hat viele Mitglieder aus der Umgebung und richtet sogar Wettkämpfe aus. In guter nachbarschaftlicher Tradition wird der Maibaum per Hand errichtet und beim abwechselnden Sargdienst den Toten die Ehre bezeugt.

Die Naturverbundenheit der Baitzer zeigt sich nicht nur in den vor 25 Jahren rund um das Dorf gepflanzten Obstbäumen, die inzwischen reiche Ernte tragen, sondern auch in der hohen Akzeptanz für das Naturschutzgebiet der Belziger Landschaftswiesen. Die hier beheimatete Großtrappe ist so etwas wie der heimliche Wappenvogel des Dorfes. Die Vogelschutzstation des Landes Brandenburg im alten Gasthof ist zu Recht gern gezeigter Teil des Ortes. Wir hoffen, dass sich die Wünsche zu ergänzenden Nutzungen des Gastraumes und der Kegelbahn durch die Dorfgemeinschaft schon bald umsetzen lassen.

Dafür und für vieles Weitere wünschen wir den Baitzern in Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg

Eindrücke aus der Ortsbegehung "Unser Dorf hat Zukunft 2017" in Potsdam-Mittelmark

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