Rädigke

Rädigke – ein Ortsteil der Gemeinde Rabenstein – liegt im Naturpark Hoher Fläming, am Südufer der Plane in einer reizvollen, von der Saaleeiszeit geprägten, welligen Landschaft mit Findlingen.

Mit einer mehr als 800 Jahre alten Geschichte, hat der Ort es geschafft, an Traditionen im Fläming zu erinnern, sie aufrechtzuerhalten und sie auch weiterhin zu leben und zu pflegen.

Literaturweg

Bei einem Rundgang um und durch Rädigke fallen einem mit Kacheln versehene Findlinge ins Auge, auf denen Sprüche über die Region geschrieben stehen. Man findet Zitate berühmter Schriftsteller wie Martin Luther, Wilhelm Busch, Christian Morgenstern oder Thomas Mann. Die einzelnen Kacheln wurden von der Töpferei Heinitz aus Görzke gestaltet.

Eine originelle Idee, um die Verbindung von eiszeitlich entstandener Landschaft und kulturellem Leben im Dorf aufzuzeigen.

 
 

Fläming-Bibliothek

Die „Fläming-Bibliothek“ wurde im Jahr 2006 in Form eines Vereins gegründet und beherbergt mittlerweile mehr als 4000 kostenlos ausleihbare Bücher. Doch hier wird nicht nur still gelesen – an langen Tischen ist Platz für Stammtischabende, Feiern und vielfältige kulturelle Veranstaltungen.

Fakten & Geschichtliches

  • ca. 200 Einwohner
  • Höhe: 85–105 m
  • Teil der Gemeinde Rabenstein/Fläming
  • 1161 erstmals erwähnt
  • ursprünglicher Name Rodeko deutet auf eine slawische Besiedlung hin
  • vermutlich um 1650 eine Burgward-Anlage
  • Kirche zwischen 1175 und 1225 von flamischen Siedlern errichtet
  • 1815 als Kriegsbeuete von Sachsen an Preußen

Veranstaltungen & Engagement

In Rädigke werden fachkundige Führungen durch den Ort und in die nähere Umgebung angeboten, auf denen der Erhalt traditionellen Bauwerks und Gewerbes, beispielsweise in Form einer alten Schmiede, einer noch funktionierenden Stellmacherei sowie vielen dorfbilderhaltenden Hofsanierungen sichtbar wird.

Veranstaltungen wie „Rock’n Rädigke“ fördern dorf- und generationsübergreifende Möglichkeiten für geselliges Zusammensein. Darüber hinaus gibt es Baumpflanzaktionen, Einsätze im Kirchenwald, die Sanierung eines Fußweges sowie des Kircheninneren in Eigenleistung sowie derzeit die Errichtung eines für alle Generationen nutzbaren (Spiel-)Platzes.

"Unser Dorf hat Zukunft 2017" in Potsdam-Mittelmark

Eindrücke aus der Ortsbegehung

Laudatio

Naturparkdorf Rädigke – diesen Titel darf Rädigke seit seiner Auszeichnung im Naturparkwettbewerb 2003 zu Recht führen. Als „Dorf mit Zukunft“ bewies es sich nach seiner Teilnahme 2014 nun erneut im Kreiswettbewerb. Engagiert und stolz auf das Erreichte präsentierten Alt- und Neurädigker ihre Errungenschaften. Bestätigt sehen sie ihre Zukunftsgewissheit durch die leicht gestiegene Einwohnerzahl von 146 im Jahre 2010 auf aktuell 150. Eingebettet in die reizvolle Natur des Hohen Flämings erstreckt sich Rädigke als Straßendorf mit altem Rundling entlang der Plane. Auffallend gut gelang die Einbindung des Dorfes in die Landschaft. Die zielstrebige Umsetzung eines 1991 erarbeiteten Begrünungsplanes sowie eines seit Anfang 2000 vorliegenden Dorfentwicklungskonzeptes tragen Früchte. Bemerkenswert: Seit 1991 wurden mehr als 250 Bäume, vornehmlich Linden, neu gepflanzt. „Natur erleben – Kultur genießen“ (oder umgekehrt?) könnte das Rädigker Motto für Besucher und Bewohner gleichermaßen lauten. Der Programmflyer 2017 zeigt im Titel den ersten „Bibliotheksgasthof“ Deutschlands. Der Saal des Gasthofes Moritz beherbergt seit 11 Jahren eine ehrenamtlich betreute Bibliothek. Rund 950 eingetragene Leser greifen aktuell auf den ca. 4.000 Medien umfassenden hochaktuellen Bestand zu, und das kostenlos, dank zahlreicher Spenden und des hohen ehrenamtlichen Einsatzes der Vereinsmitglieder sowie der Gastwirtsfamilie. Autorenlesungen, Diskussionsrunden oder der vom Pfarrer und Ortsvorsteher gemeinsam eingeladene „Theologische Salon“ locken zahlreiche Besucher, darunter Berliner und Wittenberger ebenso wie Gäste und Bewohner der Umgebung. Sehr folgerichtig: Eine „Spur der Lesesteine“ rund um Raben. Auf Findlingen aus der Eiszeit befindliche Kacheln stellen Autoren und Werke vor. Originell: Ein Lesestein liegt in der alten Pferdefurt, im plätschernden Wasser der Plane. Seit 2016 säumen von Kindern gestaltete „Kinderlesesteine“ den Weg über den in Eigeninitiative entstandenen und für Nutzer aller Generationen wunschgerecht gestalteten Spielplatz. Auf dem angrenzenden Sportplatz wird gebolzt, Pfingsten ein Fußballtournier gespielt und abends zünftig bei Livemusik gerockt. Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr rundet das kleine Dorfzentrum ab. In der FF leisten mit den männlichen auch 5 weibliche Kameraden aktiven Dienst. Den Nachwuchs trainiert eine gemeinsame Kinder- und Jugendwehr mit den Nachbarn aus Raben. Wichtige Beiträge der FF zum Dorfleben sind neben Oster- und Herbstfeuer der jährliche Tag der offenen Tür für Jung und Alt. In Rädigke wird aber nicht nur gelesen und gespielt, sondern auch tüchtig gearbeitet. Dem Ausbau der Ortsdurchfahrt durch den Kreis folgte in Eigeninitiative der Bau aller Gehwege, sehr zur Freude der Rollator- und Kinderwagenfahrer. Das Buswartehäuschen wurde zu einem Rast- und Informationshäuschen für Wanderer umgestaltet, das die Wanderer des zertifizierten Burgenwanderweges im Naturpark zum Verweilen einlädt. Arbeitseinsätze leisteten die Vorarbeit zur Innensanierung der Kirche – alte Latexfarbe musste von den Wänden geholt werden – oder sind zur Pflege des Grüns und der Plätze im Dorf an der Tagesordnung. Für ein intaktes Dorf spricht ein gutes Miteinander der Alt- und Neurädigker ebenso wie die überwiegend gut erhaltene Bausubstanz. Liebevoll restaurierte, behutsam umgenutzte Vierseithöfe im historischen Rundling, bewohnte Grundstücke in der Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Handwerker- sowie nach 1945 erbauten Neubauernsiedlung und landwirtschaftliche Gebäude der Agrargenossenschaft zeugen von zukunftsfähiger Beständigkeit. Handgefertigte Kräuterseife und kalt gepresstes Rapsöl sind Rädigker Produkte, erhältlich u.a. im Gasthof Moritz. Mit Wärme aus der Biogasanlage beheizt die Agrargenossenschaft den seit 23 Jahren benachbarten Bäderbau, 6 angrenzende Wohnhäuser und sich selbst. Touristen finden nicht nur im Gasthof, sondern auch auf dem Campingplatz oder in Loht´s Hof eine Bleibe.

Bleibt zu wünschen, dass den Einwohnern die Dorfteichsanierung, ein verbliebenes Vorhaben, gelingen möge, die Mufflons im angrenzenden Gehege sich weiterhin wohl fühlen und Rädigke als lebens- und liebenswertes Dorf seine Zukunft weiter so aktiv gestaltet, wie bisher! Dafür alles Gute!

Danke schön! Sie haben das bereits als Favorit markiert.
Keine Kommentare